Jeremy Allaire, Mitbegründer des Fintech-Unternehmens Circle, setzt sich für eine Registrierungspflicht von Emittenten von US-Dollar-Stablecoins in den USA ein. Stablecoins stehen zunehmend im Fokus des Kryptomarktes, insbesondere da Regulierungsbehörden ihre Kontrolle über den Sektor verstärken. Es wird erwartet, dass eine mögliche zweite Amtszeit von Donald Trump schnell neue Regelungen für digitale Token einführen könnte.
Kürzlich hat der republikanische Senator Bill Hagerty einen Gesetzesentwurf eingebracht, der einen rechtlichen Rahmen für die Regulierung von Stablecoins schaffen soll. Trump hat zuvor angekündigt, die USA zu einem „weltweiten Krypto-Marktführer“ zu machen.
„Das kann doch keine Freikarte sein“, sagte Allaire in einem Interview mit Bloomberg News. „Man kann doch nicht einfach gegen US-Recht verstoßen, tun, was man will, wo auch immer, und dann trotzdem in den Vereinigten Staaten verkaufen.“
Circle ist der zweitgrößte Stablecoin-Emittent
Das in New York ansässige Unternehmen Circle ist der Emittent von USDC, der zweitgrößten Stablecoin nach USDT von Tether Holdings SA. Tether, eine der größten Stablecoins nach Marktkapitalisierung, hat seinen Hauptsitz Berichten zufolge nach El Salvador verlegt – ein Land, das Kryptowährungen offen gegenübersteht.
Sowohl USDC als auch USDT dienen als Brücke zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der Kryptowelt. Sie sind so konzipiert, dass sie Preisstabilität bieten, indem sie an den US-Dollar gekoppelt sind. Dadurch sind sie besonders attraktiv für Händler und Investoren, die Transaktionen durchführen möchten, ohne den üblichen Schwankungen des Kryptomarktes ausgesetzt zu sein.
Verbraucherschutz durch Registrierung von Stablecoin-Emittenten
Laut Allaire ist Regulierung entscheidend, um Verbraucher zu schützen und die finanzielle Integrität zu wahren. Er argumentiert, dass sich alle Unternehmen, unabhängig von ihrem Standort, in den USA registrieren lassen sollten, wenn sie durch den US-Dollar gedeckte Stablecoins ausgeben möchten. Ein Sprecher von Tether lehnte einen Kommentar ab, doch CEO Paolo Ardoino reagierte zuvor auf X auf Spekulationen, dass Krypto-Unternehmen strategische Entscheidungen im Hinblick auf künftige Gesetzesänderungen treffen könnten.
Ein Teil der Reserven von Tether wird von Cantor Fitzgerald LP verwaltet. Der ehemalige CEO dieses Unternehmens, Howard Lutnick, wurde kürzlich zum US-Handelsminister ernannt, was seine Einflussnahme auf die Finanzmärkte weiter stärkt. Im Januar unterzeichnete Trump eine Durchführungsverordnung zum Schutz des US-Dollars, die auch die Zusammenarbeit mit Stablecoin-Emittenten umfasst.
Die Dubai Financial Services Authority hat Circles USDC und EURC als regulierte Stablecoins anerkannt. Dies ermöglicht es Unternehmen, diese Stablecoins für digitale Transaktionen wie Zahlungen zu nutzen.