Ein brasilianisches Gericht geht mit der Zeit. In einem aufsehenerregenden Betrugsfall rund um das Krypto-Unternehmen BWA Brazil wird nämlich erstmals ein NFT zur Zustellung einer Vorladung eingesetzt. Da viele der Beteiligten bislang unbekannt sind, entschied sich das Gericht für eine digitale Lösung, die dem Thema gerecht wird: Blockchain-Technologie.
In dem Verfahren geht es um das Verschwinden von nicht weniger als 11.200 Bitcoins, mit einem geschätzten Gesamtwert von über 900 Millionen US-Dollar.
Bitcoin ist erhältlich bei Bitvavo und Bybit.
Betrugsfall von historischem Ausmaß
Der Fall gegen BWA Brazil gilt mittlerweile als einer der größten Kryptowährungsbetrugsfälle in der brasilianischen Geschichte. Das Unternehmen soll Investoren in die Irre geführt und deren Gelder genutzt haben, um enorme Mengen an Bitcoin zu kaufen. Diese Bitcoins wurden anschließend auf zahlreiche digitale Wallets verteilt. Da viele dieser Transaktionen peer-to-peer (P2P) durchgeführt wurden, ist es schwierig, die endgültigen Empfänger zu identifizieren.
Dennoch gibt es Hoffnung, denn jede Bitcoin-Transaktion ist auf der Blockchain nachvollziehbar. Deshalb versucht der Insolvenzverwalter des bankrotten Unternehmens mit juristischen Mitteln herauszufinden, wer für das Verschwinden der Mittel verantwortlich ist. Und hier kommt der NFT ins Spiel.
NFT als juristisches Kommunikationsmittel
Der Richter der Insolvenzabteilung in São Paulo hat die Nutzung eines NFTs genehmigt, um den Widerspruch gegen die Verjährung digital zu übermitteln. Der NFT wird somit quasi als digitale Vorladung verwendet. Ziel ist es auch, Verdächtige zu erreichen, deren Identität noch unbekannt ist, die jedoch über Wallets zurückverfolgt werden können.
Darüber hinaus wurden auch vier große brasilianische Kryptowährungsbörsen, darunter Mercado Bitcoin und Bitcambio, verpflichtet, mitzuwirken. Sie müssen die ursprüngliche Vorladung sowie das Urteil an die Inhaber der betreffenden Wallets weiterleiten.
Die Tatsache, dass ein Gericht Technologie wie NFTs für juristische Verfahren einsetzt, stellt einen wegweisenden Schritt dar. In einer Welt, in der die Blockchain-Entwicklung dem Gesetz oft voraus ist, zeigt dieser Fall, dass auch die Justiz beginnt, sich anzupassen.