Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat bekannt gegeben, dass sie gegen ein Urteil eines Bundesgerichts im langwierigen Rechtsstreit mit Ripple Labs und deren Kryptowährung XRP Berufung einlegen wird. Dieser Schritt erfolgt nach einem Urteil im August, das gemischte Ergebnisse für die SEC in diesem vielbeachteten Fall brachte.
Am 2. Oktober reichte die SEC einen Berufungsantrag ein. Dieser Antrag folgt auf ein früheres Urteil eines Richters im Juli 2023, wonach XRP, das mit Ripple verbundene Token, nicht als Wertpapier angesehen wird, wenn es auf öffentlichen Kryptobörsen gehandelt wird. Dieses Urteil galt als wichtiger Sieg für Ripple, da die SEC 2020 eine Klage gegen das Unternehmen wegen des Verkaufs nicht registrierter Wertpapiere über XRP eingereicht hatte.
Ripple-CEO reagiert auf die Entscheidung der SEC
Brad Garlinghouse, der CEO von Ripple Labs, reagierte scharf auf die Entscheidung der SEC, Berufung einzulegen. In einer Mitteilung vom 2. Oktober erklärte er, dass die Aufsichtsbehörde die Botschaft nicht verstanden habe und in allen wichtigen Punkten verloren habe. Garlinghouse betonte, dass Ripple bereit sei, so lange wie nötig vor Gericht zu kämpfen, und er stellte klar, dass der Status von XRP als Nicht-Wertpapier nun gesetzlich festgelegt sei.
Trotz dieses Sieges für Ripple errang die SEC auch einen Teilerfolg in dem Fall. Das Gericht entschied, dass der Verkauf von XRP an institutionelle Anleger unter das Wertpapierrecht hätte fallen müssen. Infolgedessen wurde Ripple eine Strafe von 125 Millionen Dollar für den institutionellen Verkauf von XRP auferlegt. Im September wurde jedoch entschieden, diese Strafe aufzuschieben, da die SEC angekündigt hatte, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Ripple erwägt ebenfalls Berufung
Stuart Alderoty, der Chefjustiziar von Ripple, bezeichnete den Berufungsantrag der SEC als „enttäuschend, aber nicht überraschend“. Er deutete an, dass Ripple auch erwägt, selbst Berufung einzulegen, was zu einem Gegenantrag führen könnte.
Der Anwalt James Rispoli gab weitere Einblicke in den zu erwartenden Zeitplan des Falls. Er erklärte, dass bis spätestens Januar 2026 ein endgültiges Urteil erwartet werden könnte, wahrscheinlich jedoch eher im März oder April 2026. Die Schriftsätze sowohl der SEC als auch von Ripple werden Anfang 2025 erwartet, mit Reaktionen darauf bis März desselben Jahres. Die mündlichen Verhandlungen werden voraussichtlich im September oder Oktober 2025 stattfinden.
Auswirkungen auf den XRP-Kurs
Inzwischen scheint die Unsicherheit rund um den Fall den Wert von XRP zu beeinflussen. In den letzten 24 Stunden ist der Preis des Tokens um 13,2 % gefallen und wird zum Zeitpunkt des Schreibens für etwa 0,52 USD gehandelt.
Dieser Rechtsstreit zwischen der SEC und Ripple Labs hat wichtige Auswirkungen auf den breiteren Kryptomarkt, da das Ergebnis helfen könnte, Klarheit darüber zu schaffen, ob und wie bestimmte Kryptowährungen als Wertpapiere reguliert werden sollten. Daher wird dieser Fall in der Finanz- und Technologieszene mit großem Interesse verfolgt.