Der Kryptomarkt steht kurz vor einer bedeutenden Veränderung, die viele Anleger überraschen könnte, so Kryptoanalyst Miles Deutscher. Wer sich laut ihm auf das letzte Quartal dieses Jahres vorbereiten möchte, sollte einige wichtige Faktoren im Auge behalten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über zehn Gründe, warum Q4 möglicherweise ein Wendepunkt für den Markt sein könnte, basierend auf historischen Daten.
Saisonale Einflüsse: Warum das vierte Quartal so stark ist
Viele Anleger halten die Märkte für unberechenbar, aber es gibt klare saisonale Muster, insbesondere auf dem Kryptomarkt. Schauen wir uns einige auffällige Trends im vierten Quartal an.
- Das vierte Quartal ist historisch stark für Aktien
Das vierte Quartal ist oft die beste Zeit für den S&P 500. Seit 1945 ist der Index in dieser Periode im Durchschnitt um 3,8 % gestiegen, und in 77 % der Fälle erzielte er Gewinne. - Bitcoin floriert im letzten Quartal
Nicht nur Aktien schneiden gut ab, auch Bitcoin zeigt im vierten Quartal in der Regel eine starke Performance. Seit 2016 ist Bitcoin im letzten Quartal durchschnittlich um 88,84 % gestiegen. Besonders in Jahren, in denen ein „Halving“ stattfand, wie 2016 und 2020, stieg BTC erheblich um 58,17 % bzw. 168,02 %. - Oktober bis April ist Hochsaison für Krypto
Betrachtet man einen größeren Zeitraum, stellt man fest, dass der Zeitraum von Oktober bis April oft eine starke Phase für Krypto ist. Bitcoin hat in diesen Monaten eine Wachstumsrate von über 13 Millionen Prozent verzeichnet, im Gegensatz zur weniger lukrativen Periode von Mai bis September. Letztere Monate sind oft ideal zum Sammeln von Assets, während das darauffolgende Halbjahr bullisch ist.
Makroökonomische Faktoren: Was passiert weltweit?
Der Kryptomarkt agiert in einem breiteren wirtschaftlichen Kontext. Große makroökonomische Faktoren können einen erheblichen Einfluss haben, und das vierte Quartal dieses Jahres verspricht in dieser Hinsicht viel Bewegung.
- Die US-Wahlen stehen bevor
Mit weniger als zwei Monaten bis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA spekulieren viele Anleger über die möglichen Auswirkungen. Ein Sieg von Trump wird von einigen als vorteilhaft für Krypto angesehen, da er sich positiv über Bitcoin geäußert hat. Sollte jedoch Kamala Harris gewinnen, könnten strengere Regulierungen drohen, aber es wäre kein völliges Desaster für den Markt. - Die Märkte unterschätzen möglicherweise einen Trump-Sieg
Die Markteinschätzungen für einen Sieg Trumps liegen derzeit bei etwa 50/50. Sollte er gewinnen, könnte dies dem Kryptomarkt einen positiven Schub geben, insbesondere aufgrund seiner jüngsten Lobesworte für Bitcoin auf der BTC-2024-Konferenz. - Inflation sinkt und Zinssenkungen stehen bevor
Die Inflation scheint endlich abzunehmen, mit den niedrigsten Verbraucherpreisindexwerten seit 2021. Sollte die Fed bald eine Zinssenkung beschließen, könnte dies sich positiv auf risikoreiche Anlagen wie Bitcoin auswirken. Historisch gesehen waren Zinssenkungen, abgesehen von Rezessionen, vorteilhaft für die Märkte. - Eine schwächere US-Dollar
Eine Zinssenkung der US-Notenbank könnte auch den Wert des Dollars schwächen, was wiederum für Krypto und Aktien von Vorteil wäre. Ein schwächerer Dollar macht risikoreiche Anlagen attraktiver. - Globale Liquidität nimmt zu
Bitcoin ist stärker mit der globalen Liquidität korreliert als mit Aktien oder Gold. Die Liquidität nimmt weltweit zu und wird voraussichtlich bis 2025 weiter steigen. Das bedeutet, dass mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung steht, was sich positiv auf den Kryptomarkt auswirken könnte.
Spezifische Krypto-Faktoren: Was passiert innerhalb der Branche?
Neben den größeren globalen wirtschaftlichen Faktoren gibt es auch einige Entwicklungen, die speziell in der Krypto-Welt stattfinden und den Markt im vierten Quartal beeinflussen können.
- Viele Kleinanleger sind ausgestiegen
Die meisten Retail-Investoren haben den Markt verlassen, was anhand von Indikatoren wie Google Trends und App-Downloads sichtbar wird. So ist die Coinbase-App, die einst zu den Top 50 der meist heruntergeladenen Apps gehörte, inzwischen aus den Top 500 verschwunden. Dieser Rückgang könnte jedoch einen positiven Effekt haben, da Märkte nach einer Phase geringer Aktivität oft stark zurückkehren. - FTX zahlt 16 Milliarden Dollar an Gläubiger zurück
Während frühere Rückzahlungen, wie die von Mt. Gox, oft zu großen Verkäufen führten, ist dieser Fall anders: FTX zahlt 12 Milliarden Dollar in bar aus, was wahrscheinlich wieder in den Markt fließen wird. Dies könnte eine beträchtliche Kapitalspritze bedeuten und den Markt weiter stützen.