Hongkong strebt danach, eine der weltweit führenden Kryptohubs zu werden, als Teil seiner umfassenderen Wirtschaftsstrategie zur Förderung von Technologie und Innovation.
Trotz dieses Ziels, ein günstiges regulatorisches Umfeld zu schaffen, das Investitionen und Wachstum im Kryptosektor fördern soll, kämpfen mehr als ein Dutzend Börsen darum, vollständige Lizenzen von der Securities and Futures Commission (SFC) zu erhalten.
Die Herausforderung: Hongkong im Kampf um einen Kryptohub
In den letzten Jahren hat Hongkong große Anstrengungen unternommen, um sich als wichtiger Akteur in der Kryptowelt zu positionieren. Dennoch erweist sich der Erhalt der erforderlichen Lizenzen für viele Börsen als erhebliche Herausforderung.
Laut einem Bericht von Bloomberg haben elf Börsen die Anforderungen der SFC nicht erfüllt, aufgrund von Problemen, die von unzureichender Cybersicherheit bis hin zu einer zu großen Abhängigkeit von einzelnen Führungskräften reichen. Bekannte Namen wie Crypto.com und Bullish werden derzeit untersucht, was ihre Aktivitäten in Hongkong verlangsamt.
Bisher haben nur zwei Börsen, OSL und HashKey, vollständige Lizenzen erhalten.
Zunehmende Regulierung in der Kryptowelt
Ein wichtiger Faktor in der strengen Vorgehensweise der SFC ist der jüngste JPEX-Skandal, bei dem Tausende von Investoren über 200 Millionen Dollar durch Betrug verloren haben. Dieses Ereignis hat den Drang der SFC nach strikten Compliance-Maßnahmen weiter beschleunigt.
Der Schwerpunkt liegt nun stark auf dem Schutz der Kundenvermögen und zuverlässigen „Know Your Customer“-Verfahren. Die SFC ist entschlossen, nichts zu tun, was die Integrität des Kryptomarktes in Hongkong gefährden könnte.
Für Börsen, die einen Teil des lukrativen Marktes in Hongkong erobern wollen, stellt dies ein Dilemma dar. Viele dieser Unternehmen hofften auch, Kunden auf dem chinesischen Festland zu bedienen, wo der Handel mit Kryptowährungen verboten ist.
Unter der Politik ‚Ein Land, zwei Systeme‚ erkennen diese Börsen nun, dass sie den viel größeren Markt auf dem Festland nicht von Hongkong aus bedienen können, was potenzielle Investoren und Unternehmen davon abhalten könnte, sich in der Stadt niederzulassen.
Wettbewerbschancen: Hongkong gegen Singapur
Hongkong steht nicht nur vor internen Herausforderungen; es muss auch mit anderen kryptofreundlichen Gerichtsbarkeiten wie Singapur konkurrieren.
Obwohl Hongkong positive Schritte in Richtung eines offenen und sicheren regulatorischen Rahmens unternommen hat, wurde das langsame Tempo der Lizenzerteilung kritisiert. Einige Beobachter fragen sich, ob Hongkong ein günstiges Umfeld für Kryptounternehmen bieten kann, verglichen mit anderen Regionen, die klarere und attraktivere Regeln haben.
Die Aussichten sind jedoch nicht düster. Wenn die Regulierung sorgfältig angewendet wird, kann Hongkong seine Position als einer der wichtigsten Kryptohubs der Welt zurückgewinnen.
Es herrscht Optimismus unter Brancheninsidern, dass Hongkong, mit verbesserter Compliance und Transparenz, erneut zu einem attraktiven Ziel für Krypto-Investitionen werden kann.
Die Zukunft von Kryptowährungen in Hongkong hängt in der Waage. Mit strikter Regulierung und einem wettbewerbsorientierten Ansatz kann sich die Stadt jedoch zu einem führenden Akteur in der globalen Kryptoindustrie entwickeln.